Prof. Dr. Sebastian Kopf
Hintere Kreuzbandinstabilität – Spezialisierte Therapie in Berlin
Das hintere Kreuzband ist der stärkste Stabilisator des Kniegelenks. Eine Verletzung erfordert höchste chirurgische Präzision und ein maßgeschneidertes Rehabilitationskonzept.

Das hintere Kreuzband verhindert das Weggleiten des Schienbeinkopfes nach hinten (die sogenannte ‚hintere Schublade‘). Es ist dicker und stabiler als das vordere Kreuzband, weshalb meist massive Gewalteinwirkungen – wie ein Sturz auf das gebeugte Knie oder Dashboard-Verletzungen im Auto – zum Riss führen.
Wann ist eine Operation des hinteren Kreuzbandes (HKB) sinnvoll?
- Bei isolierten HKB-Rissen wird oft erst konservativ mit einer speziellen Schiene (z. B. PTS-Schiene) behandelt.
- Eine Operation ist notwendig bei kombinierten Verletzungen (z. B. wenn auch die Außenbänder mitbetroffen sind) oder wenn trotz intensiver Schienentherapie eine instabile hintere Schublade verbleibt, die langfristig zu schwerem Knorpelverschleiß (Arthrose) führen könnte.
Die Operationstechnik
- Arthroskopische Technik
- Verwendung von starken Sehnentransplantaten (z. B. Quadricepssehne oder Semitendinosussehne)
- präzise Platzierung der Bohrkanäle zur Wiederherstellung der natürlichen Biomechanik
- Rekonstruktion von beiden Bündeln des hinteren Kreuzbandes, sowohl des anterolaterale als auch des posteromedialen. Mit dieser OP-Technik können ähnlich gute Ergbenisse wie bei der Plastik des vorderen Kreuzbandes erzielt werden.
Der operative Eingriff: Präzision im Zentrum des Kniegelenks
Die operative Rekonstruktion des hinteren Kreuzbandes (HKB) gilt als eine anspruchsvolle Operation. Da das HKB tiefer im Gelenk liegt als das vordere, erfordert der Eingriff besondere chirurgische Erfahrung und technisches Equipment.
- Minimalinvasives Vorgehen: Der Eingriff erfolgt arthroskopisch („Schlüsselloch-Technik“) über kleinste Schnitte.
- Transplantatwahl: In der Regel werden mindestens zwei körpereigene Sehnen als stabiler Ersatz vorbereitet. Es besteht aber auch die Möglichkeit der Verwendung von Spendersehnen.
- Anatomische Platzierung: Mittels hochpräziser Zielgeräte werden Kanäle in den Knochen gebohrt, um das neue Band exakt an der ursprünglichen Position zu verankern.
- Sichere Fixierung: Moderne, biologisch verträgliche Fixierungssysteme (z. B. kleine Titanplättchen oder resorbierbare Schrauben) halten das Transplantat stabil, bis es fest mit dem Knochen verwachsen ist.
Nachbehandlung und Rehabilitation – Der Weg zurück zur Stabilität
Die biologische Einheilung eines hinteren Kreuzband-Transplantats unterscheidet sich wesentlich vom vorderen Kreuzband. Da die Schwerkraft den Unterschenkel im Liegen und Sitzen nach hinten zieht, muss das neue Band in den ersten Wochen konsequent vor dieser Belastung geschützt werden.
Die Phasen der Rehabilitation:
- Woche 1–6: Die Schutzphase In dieser Zeit tragen Sie eine spezielle Hintere-Schubladen-Schiene (PTS-Schiene). Diese drückt den Unterschenkel aktiv nach vorne, um Spannung vom neuen Band zu nehmen. Die Schiene muss meist 24 Stunden am Tag getragen werden. Das Knie wird mit der Physiotherapie von der vollen Streckung bis zur Beugung von 90° passiv beübt.
- Woche 7–12: Die Mobilisierungsphase Unter Anlage einer speziellen Orthese für das hintere Kreuzband, die für mindestens 6 Monate nach der Operation getragen wird, wird mit dem Aufbau der vorderen Oberschenkelmuskulatur (Quadrizeps) begonnen, da diese das hintere Kreuzband aktiv unterstützt. Radfahren auf dem Ergometer ist meist ab der 8. Woche möglich.
Oft ist nach 3 Monaten eine ambulante oder stationäre Rehabilitation empfehlenswert. - Ab Monat 4: Dynamisches Training Propriozeptives Training (Gleichgewicht) und leichtes Joggen auf ebenem Untergrund können in den Trainingsplan aufgenommen werden.
- Return to Sport (9–12 Monate): Aufgrund der hohen Belastungen bei Stop-and-Go-Sportarten (Fußball, Handball, Tennis) erfolgt die Freigabe für Kontaktsport erst nach speziellen Kraft- und Koordinationstests, meist nach 9 bis 12 Monaten.
Grenzen und Risiken der Behandlung
Trotz modernster Technik und höchster Präzision gibt es Faktoren, die das Ergebnis beeinflussen können:
Vorhandene Arthrose: Ein neues Kreuzband kann die Stabilität wiederherstellen, jedoch bereits bestehende arthrotische Knorpelschäden nicht rückgängig machen.
Allgemeine Risiken: Wie bei jeder OP bestehen Restrisiken für Infektionen oder Thrombosen, die durch unsere hohen Hygienestandards und Prophylaxe minimiert werden.
Biologische Heilung: Ein Transplantat benötigt Zeit, um vom Körper in lebendiges Gewebe umgebaut zu werden. Zu frühe Belastung kann das Band dehnen.
Begleitverletzungen: Bestehen zusätzliche Schäden an den Außenbändern oder Kapselstrukturen, müssen diese zwingend mitbehandelt werden, um eine „Rest-Instabilität“ zu vermeiden.
Ihre Vorteile in unserer Praxis
Die Chirurgie des hinteren Kreuzbandes verzeiht keine Fehler. Da Verletzungen des HKB deutlich seltener sind als die des vorderen Kreuzbandes, erfordern sie einen Operateur mit überdurchschnittlicher Erfahrung in komplexer Kniechirurgie.
- Spezialisierte Expertise: Prof. Dr. Kopf verfügt über langjährige Erfahrung in der arthroskopischen Rekonstruktion des hinteren Kreuzbandes – einer Technik, die nur von wenigen Kniespezialisten durchgeführt wird.
- Ganzheitliche Diagnostik: Wir betrachten nicht nur das Band, sondern das gesamte Knie inkl. der Knochenstellung. Oft liegen Begleitverletzungen an den Seitenbändern oder der posterolateralen Ecke hinten außen am Knie vor, die für den langfristigen Erfolg zwingend mitbehandelt werden müssen.
- Individuelle Transplantatwahl: Wir wählen das für Ihre Anatomie und Ihren sportlichen Anspruch optimale Transplantat aus.
- Begleitung bis zum „Return to Sport“: Wir lassen Sie nach der OP nicht allein. Durch ein engmaschiges Nachbehandlungsschema und die enge Zusammenarbeit mit spezialisierten Physiotherapeuten stellen wir sicher, dass Ihr Knie die nötige Stabilität für Ihren Alltag und Sport zurückgewinnt.
Mein Ziel ist es, die natürliche Kinematik Ihres Kniegelenks so exakt wie möglich wiederherzustellen, damit Sie sich wieder schmerzfrei und sicher bewegen können.
Kosten – Informationen für Privatpatienten
Die Abrechnung erfolgt bei Privatpatienten in der Regel nach der GOÄ. Selbstzahler erhalten vorab eine transparente Kostenaufstellung. Gesetzlich Versicherte können ebenfalls behandelt werden.
Häufige Fragen

Kurzvita
Prof. Kopf war viele Jahre in der Universitätsmedizin der Charité Berlin tätig und forschte an der University of Pittsburgh (USA). Als AGA Expert Knee, ESSKA Teacher und Autor zahlreicher internationaler Studien verbindet er moderne Wissenschaft mit individueller, patientenorientierter Kniebehandlung.
Prof. Dr. med. Sebastian Kopf ist ein international anerkannter Kniespezialist in Berlin mit Schwerpunkt auf Meniskus- und Kreuzbandchirurgie. Er verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung in der arthroskopischen Kniechirurgie, Sportorthopädie und Behandlung komplexer Knieverletzungen.


